Housing First, Bedenken Second

Schön, dass das Konzept Housing First in Nürnberg Fahrt aufnimmt. Nicht zuletzt, weil uns die bloße Verwaltung der Obdachlosigkeit durch die Nürnberg-GroKo schon seit längerem ein Dorn im Auge ist.

„Statt jedes Jahr aufs Neue von der Kälte überrascht zu werden und dann Notschlafstätten aus dem Hut zaubern zu müssen, könnte die Stadt Nürnberg mehr Mut gebrauchen und das Problem Obdachlosigkeit ernsthaft anpacken“, so unsere Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl, Luiza Sydorova.

Bereits im April dieses Jahres haben die Jungen Liberalen Nürnberg sich zum Konzept Housing First bekannt, weil wir unsere Ideale der Eigenverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe darin erkennen. Auch hat das Konzept Eingang in das JuLi-Wahlprogramm gefunden und wird wohl auch ins Wahlprogramm der FDP Nürnberg aufgenommen werden.

Umso mehr freut es uns, dass Vereine, wie die mudra und Hängematte, die Idee aufgreifen. Mit beiden stehen wir über den Arbeitskreis Armut der Nürnberger FDP in Kontakt.

„Die Idee der Grünen, die Bauträger von Neubauten zu ‚Sonderwohnungen‘ für Obdachlose zu verpflichten, halte ich schlicht für Humbug! Betrachtet man die bestehenden sozialen Einrichtungen zur Verwaltung von Obdachlosigkeit, so könnten diese langfristig ohne Weiteres in Wohnungen umgewandelt werden. Die durchaus weiterhin angedachte Betreuung der ehemals Obdachlosen muss dann ohnehin dezentral stattfinden“, stellt Luiza Sydorova angesichts des Antrags der Grünen an den OB vom 28. Oktober klar.

Zu Housing First:
Housing First ist ein Konzept, welches auf eine dauerhafte Lösung von Obdachlosigkeit abzielt. Der klassische Hilfsansatz wird umgekehrt und die Unterbringung in einer eigenen Wohnung vorangestellt. Dieses international erprobte Modell ist nicht nur zielführender für die Betroffenen, sondern spart auch langfristig Kosten in der Stadt ein.
Weitere Informationen: https://www.julis-nuernberg.de/housing-first-keine-obdachlosigkeit-second