Mit Automaten Drogenabhängigen Lebensqualität geben

Die Jungen Liberalen Nürnberg fordern:

  • Die Stadt Nürnberg soll einen Fördertopf für die Neuaufstellung von Spritzbesteck-Automaten bereitstellen
  • Dieser fördert Neuaufstellungen zu 90 %, wenn der Aufstellende sich zu einem Selbstbetrieb von fünf Jahren verpflichtet
  • Es werden genug Fördermittel bereitgestellt, um 10 Automaten aufzustellen
  • Der Fördertopf ist einmalig

Die Kosten belaufen sich auf 15.000 €

Begründung:

Nürnberg war 2017 in Deutschland hinter Berlin und Köln die Stadt mit den drittmeisten Drogentoten pro Einwohner. Die Drogenpolitik der Bayerischen Landesregierung ist gescheitert.

Die Stadt bietet diverse Anlaufstellen für Suchtkrankheiten. Ein wichtiger niederschwelliger Ansatz, um den Suchtkranken zu helfen, ist das Aufzeigen von alternativen Konsummöglichkeiten, um die Menge an konsumierten Drogen zu verringern und die Sicherheit des Konsums zu erhöhen. Die Jungen Liberalen fordern bereits betreute Drogenkonsumräume, von welchen es in Nürnberg keine gibt.

Eine einfache Hilfestellung der Drogenberatungen ist die Ausgabe von Spritzbesteck. Durch saubere Spritzen reduziert sich die Infektionsrate bei den Suchtkranken. Insbesondere die HIV-Ansteckungsgefahr wird hier reduziert.

Die verschiedenen Beratungsstellen haben gute Erfahrungen mit der Verteilung frischer Spritzen gemacht, die Angebote werden angenommen. Da die Beratungsstellen nicht permanent geöffnet haben, gibt es in Nürnberg zwei Spritzenautomaten, welche gegen eine Gebühr von 50 Cent kleine Päckchen mit Spritzbesteck verkaufen. Diese befinden sich in der Ottostraße und in der Köhnstraße, also zentral in Bahnhofsnähe.

Drogensucht ist jedoch ein stadtweites Problem, die meisten Abhängigen befinden sich nicht in der Nähe der Beratungsstellen oder Automaten. Um dieses Angebot dem ganzen Stadtgebiet zugänglich zu machen, sind etwa zehn zusätzliche Automaten nötig. Diese sind jedoch in der Anschaffung mit etwa 5000 € Stückpreis für die Vereine nicht tragbar. Der Betrieb selbst ist problemlos möglich.

Durch einen Fördertopf kann diese Investitionslücke langfristig geschlossen werden. Die Automaten können auch Spritzen zurücknehmen und umtauschen.

Die Stadt Nürnberg hat also folgende Vorteile:

  1. Reduktion der herumliegenden Spritzen
  2. Eindämmung der Verbreitung von Infektionskrankheiten
  3. Verbesserung der Lebensqualität der Abhängigen
  4. Erleichterung des Ausstiegs der Abhängigen, wenn diese keine Zusatzbelastung durch HIV o. ä. haben
  5. Schaffung eines Anlaufspunktes für Streetwork und Information der Suchtkranken

Refinanzierung:

Durch die Reduktion der HIV-Ansteckungsrate spart die Stadt Gelder in der Gesundheitsbetreuung. Die Kosten einer HIV-Infektion belaufen sich auf etwa 20.000 € an Medikamenten im Jahr.

Quellen:

– JuLis Nürnberg (2019)